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Festkolloquium für Wolfgang Torge und Günter Seeber (8.6.2021)

Festkolloquium für Wolfgang Torge und Günter Seeber (8.6.2021)

© NASA/Hofmann / IfE

Zum 80. Geburtstag von Prof. Dr.-Ing. Günter Seeber und zum 90. Geburtstag von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Torge gratuliert die Fachrichtung Geodäsie und Geoinformatik zusammen mit dem DVW Niedersachsen / Bremen e. V. am 8. Juni ab 16 Uhr mit einem Festkolloquium (Online-Veranstaltung). Den Festvortrag hält Prof. Dr. Hermann Drewes von der TU München zum Thema "The Progress of International Geodesy after World War II".  

Wolfgang Torge kam im September 1968 als Direktor an das Institut für Theoretische Geodäsie. Günter Seeber wurde im Oktober 1973 als Professor für Geodätische Astronomie und Satellitengeodäsie an das Institut berufen und leitete die Astronomische Station. Ab Oktober 1982 wechselten sich die beiden Kollegen als Geschäftsführende Leiter des nun neu gegründeten Instituts für Erdmessung ab. 1996  wechselte Professor Torge in den Ruhestand, Professor Seeber dann im Jahr 2006.

Wolfgang Torge beschäftigte sich mit den Grundlage der Geodäsie, vor allem im Bereich der Mathematischen Geodäsie sowie mit Vermessungsnetzen, der terrestrischen Gravimetrie und der Geoidbestimmung. In den 1990er Jahren wurde er zum Präsidenten der International Association of Geodesy (IAG) gewählt. Er machte sich auch einen Namen als Autor des Lehrbuchs "Geodäsie" und weiterer Lehrbücher, die zum Teil in verschiedenen Sprachen erschienen sind.

Günter Seeber wirkte maßgeblich an der Entwicklung von Satellitenmethoden in der Geodäsie mit und erkannte als einer der Ersten in Deutschland das Potential des Global Positioning System (GPS) für die Geodäsie. Er wurde als Autor des Standardwerks "Satellitengeodäsie" bekannt und galt unter den Studierenden als hervorragender Dozent. Zudem war er international sehr aktiv, vor allem mit regelmäßigen Gastaufenthalten in Südamerika. Für sein Engagement wurde er in Brasilien mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Würde eines Professors honoris causa der Bundesuniversität von Paraná.

Beide Jubilare organisierten weltweit umfangreiche geodätische Messkampagnen, etwa in Island, China und Südamerika, und setzten jeweils aktuelle Messmethoden für geodätische Anwendungen ein.

Auch heute ist das Institut für Erdmessung im Bereich der Satellitengeodäsie und Physikalischen Geodäsie sehr aktiv. Die Schwerpunkte liegen in der GNSS-basierten Positionierung und Navigation, in der terrestrischen Gravimetrie, der Geoidbestimmung, in der Analyse von Satellitendaten und der Modellierung von Massenvariationen im System Erde. Die Entwicklung neuer Messkonzepte für die Schwerefeldbestimmung erfolgt in mullti-disziplinärer Zusammenarbeit. Ein weiteres Aushängeschild des IfE ist die Analyse von Lasermessungen zum Mond.

Weitere Informationen zur Teilnahme am Kolloquium:

 www.fbg.uni-hannover.de/gug-kolloquium